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Die Idee eines eigenen Unternehmens

Mai 8, 2019

Bevor ich genauer ins Finden meiner Idee eintauche, möchte ich euch ein wenig über mein Berufsleben bzw. meinen bisherigen Karriereweg erzählen. Auch wenn es noch einen eigenen Beitrag zum Thema Selbstständigkeit geben wird, glaube ich, dass es doch wichtig ist hier zumindest einen kleinen Einblick zu geben, damit vielleicht meine Beweggründe ein Unternehmen zu gründen besser verstanden werden oder zumindest mein Weg komplett dargestellt wird. Also schnappt euch eine Tasse Kaffee oder Tee und lasst uns gemeinsam in meine Vergangenheit eintauchen.

Mein Berufsleben

Eigentlich war ich beruflich relativ fleißig. Meinen ersten Sommerjob hatte ich mit 15 Jahren bei einer Fast Food Kette. Kein Traumjob, die Schuhe konnte ich nach dem Monat wegschmeißen, und gekündigt habe ich, nachdem ich versucht habe auch nach dem Sommer jeden Samstag dort geringfügig zu arbeiten, aber regelmäßig übermäßig Mehrstunden machte, und es mir einfach keinen Spaß mehr gemacht hat.

Trotzdem habe ich auch die beiden weiteren Sommer bis zur Matura im Sommer gejobbt. Dann allerdings im Büro, in der Firma in der Mutter auch heute noch arbeitet.

Mit 17 Jahren, ich bin im September geboren und wurde ein Jahr früher eingeschult, maturierte ich dann, absolvierte auch in dem Sommer ein Ferialpraktikum und zog im September (am 20.09.2009 – ich hab ein Ding mit Zahlen und Daten) für drei Monate nach Los Angeles.

Im Jänner 2010 ging es dann, mit einigen Startschwierigkeiten, nach New York, wo ich eine Schauspiel- und Filmausbildung absolvierte. (Ich sollte hier erwähnen, das ich mir das alles leisten konnte, weil ich im Mai 2009 bei der Maturantenmillionenshow dabei war und gemeinsam mit einer damaligen Schulfreundin Geld gewonnen habe.)

Nach New York

Nach 23 Monaten in New York zog ich im Dezember 2011 wieder zurück nach Österreich und versuchte mich zuerst im Studieren. Erfolglos. Dann im Jobben für einen Regisseur, auch nicht lange und landete schließlich für 3 Monate an der Kassa im Handel bis ich im Jänner 2013 im Theater als Billeteuerin anfing, Programme verkaufte, die Garderobe machte oder für die Sicherheit des Publikums im Saal zuständig war. Bis dato war das auch mein längster Job, den ich bis zum Dezember 2015 ausübte und schließlich wegen der ständigen Abenddienste (ich arbeitete Di – So und verdiente einfach zu wenig) aufgab und wieder in einem Büro landete. Diesmal in einem Weiterbildungsinstut für Erwachsene. Der Job war eigentlich grandios. Super Zeiten, überdurchschnittlich gut bezahlt. Leider entpuppte es sich als ein 6stündiges Copy-Paste-Email Szenario und nach 1,5 Jahren kündigte ich, nach mehreren Monaten erfolgloser Jobsuche, ebenfalls und war erstmal in meinem Leben arbeitslos.

© QuoteUNQUOTE

Die Scham der Arbeitslosigkeit

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schwer es mir fiel mich arbeitslos zu melden. Ich habe mich allein bei dem Gedanken wirklich sehr geniert. Aber nach etlichen Gesprächen fand ich heraus, das viele bereits arbeitslos waren und es eben ein Teil des Arbeitslebens war. Die Arbeitslosigkeit ist definitiv nicht anstrebsam. Trotzdem ist es nichts wofür man sich Schämen muss.

Ich hatte Glück mit meinem AMS-Betreuer, der mir immer wieder Zeit gab, doch noch meinen Job zu finden und auch verstand, als ich nicht den wochenlangen Kurs zur kaufmännischen Angstellten absolvieren wollte. Nicht nur, weil es einfach nicht die Richtung war, in die ich gehen wollte, sondern auch, weil ich eine 40stündige Ausbildung mit einem Hund einfach nicht absolvieren konnte.

Trotz etlicher Bewerbungen, aber wenigen Bewerbungsgesprächen, wurde das AMS nach eineinhalb Jahren Arbeitslosigkeit (natürlich) immer anstrengender. Alles, was ich machen wollte, was mich in die Richtung in die ich gehen wollte – Texten – gebracht hätte, wurde nicht gefördert. Stattdessen sollte ich mich bei Baufirmen als Sekretärin bewerben. Wer mich kennt, weiß, dass das definitiv GAR NICHT zu mir passt. Also machte ich den etwas unüberlegten, aber einzigen Schritt, der mich aus meiner Komfortzone reißen würde: ich meldete mich vom AMS ab und als Neue Selbstständige an. Mit der Opting-In Variante der SVA war ich versichert und konnte die ersten eintrudelten Texterjobs annehmen und begann ein wenig zu verdienen. Defintiv nicht genug zum Leben, aber der Mut den ich hatte endlich auf eigenen Beinen stehen zu wollen beflügelte mich.

So sehr, dass im Jänner 2019 etwas über mich kam.

Von der Neuen Selbstständigen zur Unternehmerin

Mit der Idee T-Shirts zu gestalten spielte ich viele Jahre immer wieder. Irgendwie fand ich einfach keine T-Shirts die meinem Geschmack entsprachen. Ich bin eben kein Strassstein-Girl oder jemand für City-vibe Motive. Ich wollte Statement Shirts, aber fand einfach nicht, was mir und meinem Humor entsprach.

Wienerische T-Shirts

Wie genau ich auf die Idee kam, kann ich nicht mehr genau sagen, allerdings hatte ich im Jänner die Idee bekannte Statements von Frauen zu „verwienerischen“ und auf Shirts zu drucken. (Dank meines Notizbuchs kann ich die Evolution von QuoteUNQUOTE Design relativ gut nachverfolgen. Danke meinem Past-ich.) Das erste Zitat war das bekannte (und wahrscheinlich gar nie gesprochene) von Marie Antoinette „Let them eat cake“ (halt auf französisch). Irgendwie fand ich die Idee lustig „Gebt’s eana hoit kuchn“ oder „Suins hoit Tuatn essn“ auf ein T-Shirt zu drucken. Darum recherchierte ich andere bekannte Zitate.

Es folgte die Idee Kids-T-Shirts zu gestalten, die die Genderrollen zwischen Mädchen und Buben sprengen sollten. Nebenbei begann ich nach Labelnamen zu suchen. Dann bewegte ich mich über „Ois Oasch“ (eines der drei Designs die es in die 1. Kollektion geschafft haben) zu weiteren Sprüchen, weg von der Kindershirt und Wienerisch Idee, in Richtung Feminismus.

Ich begann nach passenden Schriften zu recherchieren, fand meinen absoluten Favoriten online und erhielt das Go von der Designerin, diese auch für mein Prints nutzen zu dürfen. Ich entschied mich Shirts und Tote Bags bedrucken zu wollen und fand einen Labelnamen.

QuoteUNQUOTE Design

Neben dem Was war mir vor allem das WIE besonders wichtig. Es gibt genug T-Shirt Labels da draußen. Da ich meine Idee aber nach zweiwöchiger Inkubationszeit (ich bin normalerweise jemand der alles sofort erzählt, aber diesmal ließ ich mir Zeit) immer noch so toll fand und nur wenn ich daran dachte, begeistert zu arbeiten anfing, wollte ich mir das Vorhaben nicht auf Grund eines schlechten Gewissens ausreden. (Ich neige dazu mir Dinge auszureden, da ich, wenn ich es nicht für alle richtig und perfekt machte, meiner Meinung nach, ich ein schlechter Mensch bin.). Stattdessen suchte ich nach Lösungen und entschied mich ganz bewusst, für Fair produzierte Produkte aus hochwertiger Qualität. Wenn ich schon weitere Kleidung auf den Markt bringen wollte, dann würde ich zumindest versuchen meinen ökologischen Fußabdruck zu gering wie möglich zu halten. Glücklicherweise bieten viele Textildrucker (zumindest bei meiner Recherche in Wien) bereits größtenteils fair produzierte Marken an.

Weiters war mir auch wichtig, so gut wie möglich plastikfrei zu arbeiten. Neben einer plastikfreien Siebdruckfarbe geht es mir hierbei vor allem um die Verpackung und das Versandmaterial.

© QuoteUNQUOTE

Ist es DIE IDEE?

Eine 100%ige Antwort kann man natürlich nicht geben, ob eine Idee wirklich DIE IDEE ist. Aber, wenn etwas begeistert und die Ideen nur so aus einem Heraussprudeln, dann sollte man dran bleiben. Egal ob man schlussendlich ein Unternehmen gründen möchte oder nur ein neues Hobby starten will. Eine Idee setzt Energien frei und kann so vieles im Leben bewegen.

Auch ich kann mir heute noch nicht vorstellen, wo mich mein Weg hinführen wird. Natürlich habe ich Ziele und Träume und ich werde daran arbeiten diese in die Realität umzusetzen. Aber so viel Selbstbewusstsein, um konkret sagen zu können was diese sind, habe ich noch nicht.

Wenn ich zurückdenke, wo ich noch vor einem Jahr war, muss ich breit grinsen. Nie in meinem Leben hätte ich damals gesagt, dass ich heute hier sitze und einen Blogbeitrag über meinen Weg zur Unternehmerin schreiben würde. Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass ich meine eigene Firma gegründet habe. Es kann so viel passieren. Manchmal in nur einem Monat, in sechs oder eben in einem Jahr. Sicher ist, dass wir uns nur verändern und wirklich LEBEN wenn wir wagen. Denn alles fängt mit einem ein:

Einer Idee!

Mehr zum Thema Idee und Ideenfindung findet ihr auf der Seite des Gründerservice.

Ich hoffe euch hat dieser kleine Einblick in mein Berufsleben, meine Karriere, und die Idee gefallen. Als nächstes möchte ich ein wenig mehr in den administrativen Bereich eintauchen. Teil 2 „Selbstständigkeit: Will ich das überhaupt?“ findet ihr HIER.

By Claudia

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