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Reality Check: Wenns nicht läuft

Mai 21, 2019

Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben. In der Küche türmt sich das Geschirr. Überall stehen Kisten, mit Dingen die aussortiert gehören, herum. In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken. Ich habe tausende Ideen, aber keine Energie sie umzusetzen. Mein Konto ist tiefrot und keine Einnahmen in Sicht. Wenns einmal nicht läuft, dann aber wirklich.

© QuoteUNQUOTE

I have a dream

Diesen Satz konnte ich in den vergangenen Jahren selten sagen. Eine Tatsache, die mich besonders verunsichert hat. Denn ich war immer jemand, der genau wusste, was ich wollte. Doch seit meiner Rückkehr aus New York im Dezember 2011, war ich auf der Suche. Auf der Suche, wieder einen Sinn für mich und mein sein zu finden. Denn ich definiere mich über mein Tun, über mein Schaffen. Das ist das wichtigste für mich.

Ich habe mich also ausprobiert, habe versucht in der österreichischen Filmlandschaft Fuß zu fassen. Habe versucht zu studieren. Habe versucht einen Bürojob zu halten. Allerdings hats nichts von all dem mein Herz höher schlagen lassen. Gut, zu Anfang schon. Doch die Ernüchterung kam schnell. Denn das, was ich gesucht hatte, hatte ich wieder nicht gefunden. Im Gegenteil. Ich entfernte mich immer mehr von mir selbst und hörte auf mir selbst zu vertrauen.

„Was sagst du dazu?“

Ich fing an mich über andere zu definieren, hatte mich so weit von mir selbst entfernt, dass ich nicht mehr hörte, was ich selbst wollte. Ich begann mich immer mehr nach dem zu richten, was mir andere sagten. „Findest du das gut?“ „Ja.“ Gut, dann mache ich es. Ich verlor meine innere Stimme, meine Verbindung zu mir selbst und damit das Vertrauen, selbst zu entscheiden was gut für mich ist und was nicht. Was ICH möchte.

Erst in der Therapie, als ich komplett verloren in meinem Leben herumtümpelte, lernte ich wieder mir selbst zu vertrauen. Ich lernte, dass ich so sein darf, wie ich eben bin. Das es weder schlecht noch schlimm war, anders zu sein. Ja, vielleicht lernte ich auch endlich wieder dieses Anders sein zu genießen.

Selbstständigkeit

Der Schritt in die Selbstständigkeit war definitiv nicht zur richtigen Zeit und nicht vorsichtig geplant. Ich bin nicht der Typ, der sich nebenbei etwas aufbaut. So fokussiert kann ich nicht arbeiten. Ich muss mich auf eine Sache konzentrieren. Und ja, ich strauchle auch jetzt gewaltig und wünsche mir momentan nicht selten wieder 4 Jahre alt zu sein und noch keine Sorgen im Leben zu haben. Aber trotzdem ist da immer noch der Wunsch das Ding durchzuziehen. Ich habe wieder Ziele im Leben, habe Träume, eine Motivation. Und ich habe etwas im Leben gefunden, dass mich glücklich macht. Das mich fordert und anstrengt und mir gleichzeitig sehr viel Kraft gibt.

Heute

Wenn es heute nicht läuft und ich in einer Phase in meinem Leben stehe, in der einfach nichts funktionieren will, versuche ich trotz allem weiterzugehen. Ich lenke mich ab, versuche anderes zu tun und nehme mir auch einmal eine Auszeit. Und mittlerweile rede ich darüber. Mit meiner Therapeutin und manchmal schaffe ich es sogar mit meinen Eltern darüber zu reden. Doch das fällt mir oft noch schwer, weil ich weiß, dass meine Probleme auch meine Eltern belasten, da sie wollen, dass es mir gut geht.

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By Claudia

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